2 CME
45 min
Neurologie
Mit freundlicher Unterstützung von:

Chronische Migräne und Medikamentenübergebrauch

Prof. Dr. med. Dagny Holle-Lee

Universitätsklinikum Essen, Leitung Westdeutsches Kopfschmerzzentrum
Erfahre, wie Du chronische Migräne von medikamenteninduziertem Kopfschmerz abgrenzt. Lerne, welche Rolle der Medikamentengebrauch bei der Chronifizierung spielt und warum ein frühzeitiger Verzicht auf unnötige Entzüge heute evidenzbasiert empfohlen wird.
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Kurszusammenfassung:

Hinweis: Die Inhalte auf Doctorflix sind ausschließlich für Ärzte und medizinisches Fachpersonal bestimmt. Sie dienen der fachlichen Fortbildung und sind nicht für Laien geeignet.

Chronische Migräne erkennen, abgrenzen und gezielt behandeln: Update zur Differenzierung von MOH und Prophylaxetherapie

Chronische Migräne und Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch (MOH) stellen häufige Herausforderungen im neurologischen Praxisalltag dar. Diese Fortbildung zeigt auf, wie beide Entitäten sicher voneinander abgegrenzt werden können, welche Rolle der Akutmedikation im Krankheitsverlauf zukommt – und wie neue Erkenntnisse zur Prophylaxe die bisherigen Therapieparadigmen ablösen.

Du erfährst, wie Du Betroffene frühzeitig identifizierst, eine individualisierte Therapie einleitest und gleichzeitig unnötige Entzugstherapien vermeidest. Dabei wird deutlich: Chronifizierung ist kein Schicksal, sondern häufig das Resultat modifizierbarer Faktoren – und entsprechend gut behandelbar.


Anhand klinischer Fallbeispiele die Diagnose „chronische Migräne“ sicher stellen

Eingeleitet wird das Seminar mit typischen Fallbeispielen, die zeigen, wie sich eine episodische Migräne im Verlauf zur chronischen Migräne entwickeln kann – insbesondere in hormonellen Umbruchphasen. Du lernst, woran Du eine chronische Migräne erkennst, auch wenn nicht jeder Kopfschmerztag migränetypisch erscheint.

  • Differenzierung zu Spannungskopfschmerzen praxisnah erklärt
  • Wichtige Kriterien der ICHD-Definition zur sicheren Diagnostik


Ein zentrales Kriterium ist die Anzahl an Migränetagen mit begleitender Symptomatik, aber auch der Leidensdruck und die Einschränkungen im Alltag sind für die Bewertung entscheidend. Eine klare Abgrenzung schafft die Basis für eine passgenaue Behandlung.


MOH erkennen und von anderen Kopfschmerzformen abgrenzen

Im zweiten Teil wird detailliert erläutert, wie sich ein Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch (MOH) von der reinen chronischen Migräne und vom medikamenteninduzierten Kopfschmerz unterscheidet. Entscheidend sind dabei sowohl die Häufigkeit der Einnahmetage als auch die Art der verwendeten Substanzen.

  • Definitionen, diagnostische Schwellen und klinische Relevanz klar dargestellt
  • Abgrenzung zu medikamenteninduzierten Kopfschmerzen


Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erfassung sämtlichen Schmerzmitteleinnahmen – unabhängig vom ursprünglichen Anlass der Einnahme. Dies sensibilisiert für den ganzheitlichen Blick auf Medikamentenverhalten und Patientenaufklärung.


Paradigmenwechsel: Prophylaxe auch ohne Medikamentenpause einleiten

Frühere Strategien setzten häufig auf einen vollständigen Entzug der Akutmedikation vor Beginn der Prophylaxe. Neue Studiendaten zeigen jedoch: Eine wirksame prophylaktische Behandlung kann auch bei bestehendem Medikamentenübergebrauch starten – ohne vorherige Medikamentenpause. Die Fortbildung stellt die Evidenzlage zu verschiedenen Substanzklassen ausführlich dar.

  • Studienlage zu CGRP-Antikörpern, Onabotulinumtoxin und Atogepant
  • Vergleich von Therapieansprechen mit und ohne vorbestehenden Übergebrauch

Auch Real-World-Daten bestätigen die Wirksamkeit dieser Vorgehensweise, sodass auf belastende Entzugsmaßnahmen bei vielen Betroffenen verzichtet werden kann. Eine patientenorientierte Versorgung rückt so stärker in den Fokus.


Zu viel oder zu wenig? Der Balanceakt zwischen Übergebrauch und Unterversorgung

Ein unterschätztes Problem ist der zunehmende sogenannte Medikamentenuntergebrauchskopfschmerz. Viele Patientinnen und Patienten reduzieren aus Angst vor MOH ihre Akutmedikation auf ein Minimum – oft zu Lasten der Lebensqualität und mit erhöhtem Chronifizierungsrisiko.

  • Aufklärung über risikoarmen Medikamenteneinsatz stärken
  • Therapiebarrieren frühzeitig identifizieren und adressieren


Ziel ist es, eine ausgewogene Therapie zu fördern: mit ausreichend effektiver Akutbehandlung und klarer Indikation für eine Prophylaxe – angepasst an individuelle Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Betroffenen.


Fazit: Migräneversorgung optimieren – durch differenzierte Diagnostik und individuelle Strategien

Chronische Migräne und MOH lassen sich in vielen Fällen durch frühzeitige Erkennung und zielgerichtete Behandlung positiv beeinflussen. Diese Fortbildung bietet Dir praxisnahe Werkzeuge zur Differenzierung, Therapieplanung und Patientenkommunikation.

Nutze die Gelegenheit, Dein Wissen über moderne Migränetherapie zu vertiefen, Einblicke in aktuelle Leitlinienempfehlungen zu gewinnen und einen flexiblen, evidenzbasierten Umgang mit Medikamentengebrauch zu etablieren – für mehr Lebensqualität Deiner Patientinnen und Patienten.


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